Loading
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Geschichte der Fotografie - Teil 1 - 10. Jahrhundert bis 1839

 

Der Anfang - Camera obscura

Die Camera obscura (Quelle: wikimedia.org)Die Fotografie ist die Kunst, Momente in einem Bild festzuhalten. Ihre frühsten Wurzeln hat die Fotografie im 10. Jahrhundert, als mit der Camera obscura (lat.: dunkle Kammer), einer Box, in die durch ein kleines Loch in der Seitenwand Lichtstrahlen einfiel, auf der gegenüberliegenden Seite Prinzip der Lochkamera (Quelle: wikimedia.org)ein umgedrehtes, spiegelverkehrtes Bild erzeugt werden konnte (Prinzip der Lochkamera). Bereits hier sollte klar sein, dass die Fotografie mit Licht arbeitet.

Das Wort Fotografie stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Malen mit Licht". Der Ausdruck "Fotografie" wurde erstmals im Jahre 1839 von Johann Heinrich, einem Astronomen, in der Vossischen Zeitung benutzt. Zunächst waren nur Abbildungen gemeint, die durch Licht, welches chemisch auf einem Bildträger fixiertes wurde, entstanden. Im 20. Jahrhundert wurde der Begriff auch auf Digitale Abbildungen und Drucke erweitert.


Die ersten Fotos - chemische Experimente

Bis jedoch die erste beständige Fotografie entstand, vergingen seit der Erfindung der Camera obscura über 750 Jahre. 1824 gelang es dem Franzosen Joseph Nicéphore Nièpce (1765 – 1833), die erste "haltbare" Abbildung auf einer Zinkplatte, die mit Asphalt beschichtet war. Dieses Verfahren wurde unter dem Namen Heliografie bekannt. Diese Abbildung ist jedoch nicht erhalten geblieben und gilt auch nicht als erste Fotografie der Welt, da sie nicht mit einer Kamera (damals war die Camera obscura geläufig) aufgenommen wurde. View from the Window at Le Gras, 1826 (Quelle: wikimedia.org)Dies gelang ihm aber in einem seiner nächsten Versuche aus dem Jahre 1826, wobei der den Innenhof vor seinem Arbeitsfenster mit einer Belichtungszeit von etwa acht Stunden aufzeichnete.

Ein Partner Nièpces, Louis Jaques Mandé Daguerre (1787 – 1851), entwickelte bereits zwischen 1835 und 1839 die nach ihm benannte Daguerreotypie, eine von Nièpces Heliografie völlig verschiedene Methode, um Bilder dauerhaft zu fixieren. Mit Jod- , Brom- und Chlordämpfen lichtempfindlich gemachte, zumeist versilberte Kupferplatten wurden hinter eine Camera obscura gesetzt und anfangs bis zu 15 Minuten, später nur noch etwa 30 Sekunden lang belichtet. Das Bild wird durch eine Fällungsreaktion der Halogenide mit den Silberionen des Silbernitrats sichtbar. Boulevard du Temple (Quelle: wikimedia.org)Mit Quecksilberdampf wurde entwickelt, mit Thiosulfat- und später Zyankali-Lösung fixiert. Das Ergebnis dieses stark gesundheitsgefährenden Verfahrens war ein äußerst beständiges, scharfes und detailreiches Bild.

Nach 1839 wurden zahlreiche Verbesserungen an diesem Verfahren erforscht und umgesetzt, was auch erstmals die Abbildung von beweglichen Objekten möglich machte – zur damaligen Zeit waren das insbesondere Portraits, wobei die Portraitierten immer noch um die 20 Sekunden still sitzen mussten. Allen bisherigen Methoden war jedoch ein großer Nachteil gemeinsam: Sie alle produzierten nur Unikate. Das sollte sich jedoch in den folgenden Jahren ändern.