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Review: Sigma 10-20mm F/3.5 EX DC HSM

Sigma 10-20mm F/3.5 EX DC HSM (Foto: Sigma)

Kurzbeschreibung:
Sucht man ein ordentliches Ultraweitwinkelobjektiv, hat man in der Regel keine allzu große Auswahl. An Sigmas 3.5/10-20mm kommt man aber nicht ohne einen zweiten Blick vorbei. Es bietet ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis bei vergleichsweise hoher durchgehender Lichtstärke - gerade letzteres ist ein gutes Kaufargument für dieses Objektiv!

Persönliche Bewertung:
Bildqualität: 9/10
Ausstattung: 7/10
Preis-Leistung: 8,5/10
Flexibilität: 7,5/10

Geeignet für:
Landschaft, Architektur, Event, Reise, Innenraumaufnahmen

Weniger geeignet:
Portraits, Tierfotografie

Technische Merkmale:

  • 2-fach Zoom mit 10mm (16mm KB) Anfangsbrennweite, korrigiert
  • Offenblende f/3.5 über gesamte Brennweite
  • Kleinste Blende f/22 über gesamte Brennweite
  • nur für Crop-Kameras geeignet (DC)
  • Ultraschall-Autofokus (HSM)
  • Asphärische Linsen für durchgehende Schärfe zum Bildrand
  • SML-Vergütung
  • Gegenlichtblende und Objektivköcher im Lieferumfang
  • 3 Jahre Garantie

Das Sigma 10-20mm f/3.5 ist Vertreter aus Sigmas EX-Reihe - das sind Objektive mit hohem technischen Anspruch und durchgehender Lichtstärke. Es ist speziell für Crop-Kameras ausgelegt und erzielt somit eine Kleinbildbrennweite von 16-32mm an Canon-Kameras (z.B. 1200D, 600D, 700D, 70D, 7D). Damit zählt es klar zu den Ultraweitwinkelobjektiven und ist damit vor allem in der Landschafts- und Architekturfotografie beheimatet.

Weitwinkelobjektive kranken leider allzu oft an mangelnder Lichtstärke. Canon Äquivalent EF-S 10-22mm kommt zwar bei 10mm auch auf f/3.5, kann diese aber nicht halten - bei 22mm fällt die Offenblende auf f/4.5 ab. Immerhin zwei Drittel Blendenstufen. Das Sigma macht das etwas besser und kann die f/3.5 komplett halten. Das ist zwar immer noch keine brillante Lichtstärke, aber immerhin etwas besser als die meisten Konkurrenten. Zumal man bedenken sollte, dass es sich um extreme Brennweite handelt.

Das Sigma 10-20mm ist mit einem Ultraschallmotor ausgestattet und der arbeitet erfreulich flott, leise und zuverlässig. Zoom- und Fokusring sind beide leichtgängig, aber verschieben sich auch nicht von selbst. Etwas gewöhnungsbedürftig ist im ersten Moment der Drehzoom - denn der dreht genau anders herum als bei Canon-Objektiven, aber man gewöhnt sich da schnell dran! Da der Fokusring innen liegt (IF - Innenfokussierung), ist die Verwendung von Schraubfiltern kein Problem - ich hätte hier aber auch nichts anderes erwartet, da man vor allem in der Landschaftsfotografie oft auf Pol- oder Verlaufsfilter zurückgreift und diese natürlich statisch bleiben sollten. Das Filtergewinde ist mit 82mm sehr groß, was insbesondere vergütete Filter sehr teuer macht. Zumindest ein guter UV-Filter (ca. 50 Euro) sollte die Linse aber schon schützen.

Toter Baum (Foto: Eric)Sigma bewirbt seine EX-Objektive mit "exzellenten Leistungsmerkmalen" und "ausgezeichneter Haltbarkeit" sowie durchgehender Lichtstärke. Dieses Versprechen hält Sigma. Die Linsen sind vergütet, um Schärfeabfall am Rand zu vermindern. Das klappt auch ganz gut, allerdings ist vor allem in den Randbereichen der Brennweiten ein Auflösungsabfall messbar (Link zu den Messwerten bei chip.de siehe unten). Ein Staub- und Spritzwasserschutz wird von Sigma nicht aufgeführt - schade! Bei meiner Nutzung auch unter schweren Bedingungen hat das Objektiv aber nie Anzeichen von Schwächen gezeigt. Abbildungsfehler wie chromatische Abberation treten bedingt auf. Die Verzeichnung bei der extremen 10mm-Stellung geht in Ordnung und überrascht mich immer wieder. Auch die Vignettierung ist noch im vertretbaren Bereich (ca. 1,2 Blendenstufen). Die Auflösung der Bilder ist sehr gut - so macht das Fotografieren Spaß!

Das Objektiv hat ein Gewicht von 520g, kommt mit 13 Linsen in 10 Gruppen daher und besitzt 7 Blendenlamellen, die aber einen fantastischen Blendenstern erzeugen! Der Minimalabstand von nur 0,24m ist sehr gering und man kann effektvolle Aufnahmen erzeugen. Der Abbildungsmaßstab beträgt trotzdem nur 1:6,6 (0,15).

Geliefert wird das Objektiv in einem ausgepolstertem Objektivköcher und einer Sonnenblende.
Der Preis liegt bei etwa 500 Euro (Canon-Anschluss).

Weitere Infos:
Produktseite auf sigma-foto.de
Test auf chip.de (getestet an Sony Alpha 77)

Mein Fazit:
Ich möchte das Sigma 10-20mm f/3.5 definitiv nicht mehr missen. Es zaubert hervorragende Bilder auf den Bildschirm. Über die Abbildungsfehler kann man ruhigen Gewissens hinwegsehen, denn in diesen Brennweitenbereichen kommt man da kaum herum. Außerdem lassen sie sich noch recht einfach beseitigen. Ich setze die Linse vor allem für Landschaftsaufnahmen ein und bin hochzufrieden mit den Ergebnissen. Auch im Eventbereich findet das Objektiv gute Einsatzmöglichkeiten. Der Fokus ist schnell und präzise, fotografiert man spitze Lichter, erhält man tolle Blendensterne. Wer also ein wirklich gutes Ultraweitwinkel mit gutem Preis-Leistungsverhältnis sucht, dem sei das Sigma 10-20mm f/3.5 ans Herz gelegt. Aber Vorsicht: es gibt das Objektiv auch als lichtschwächere Version mit nur f/4.0-5.6!